Was hilft wirklich gegen Tränensäcke

Bei Tränensäcke handelt es sich  um ausgeprägte Fettansammlungen unter dem Auge oder Wasseransammlungen dort. Diese können akut auftreten oder infolge verschiedener Faktoren mit der Zeit dort entstehen. Sie entstehen immer dann, wenn der Lymphfluss aus seinem normalen Rhythmus kommt und die Augenpartien dadurch anschwellen. Hauterschlaffung und Hautvermehrung, seltener Hautkrankheiten spielen dabei oft auch eine Rolle. Tränensäcke treten gerne zusammen mit Erschlaffung oder Verdickung der Oberlider auf.

Grundsätzlich sind die Ursachen ein ungesunder Lebenswandel, wie zu wenig Bewegung, zu wenig Schlaf und Stress sowie Rauchen. Aber sie können auch optischer Ausdruck von inneren abklärungsbedürftigen Erkrankungen sein. Tränensäcke sind nicht dasselbe wie „geschwollene Augen“.

Dieser Ausdruck beschreibt eine in der Regel akute Flüssigkeitsansammlung eben dort, die durch eine Reizung mechanischer Art (Reiben, Gerstenkorn, Fremdkörper, Zugluft), chemischer Art (Gas, Rauch, Pfeffer, etc.) oder allergischer Ursache (Heuschnupfen) entsteht. Beim sogenannten „blauen Auge“ ist der Schwellung Blut beigemischt. Die Ursache ist hier mechanischer Natur. Je nach Ursache ist das Problem vom jeweiligen Facharzt zu lösen oder vergeht mit Eliminierung der Ursache von selbst.

Chronisch geschwollene Augenlider

Chronisch geschwollene Augenlider können aber auch aus ähnlichen Gründen wie geschwollene Augenringe entstehen. Mit der Zeit erschlafft der Augenringmuskel und das sogenannte Septum orbitale (Bindegewebsband am Auge). Dadurch kann das Fett- und Bindegewebe dort nicht mehr gehalten werden und tritt hervor. Bei überschüssigem Fettgewebe um das Auge herum umso mehr. Der gleiche Effekt ist sichtbar, wenn Lymphgefäße oder Blutgefä

e gestaut oder geschwollen sind oder kommt erschwerend hinzu.

Hängelider

Werden die Tränensäcke nicht rechtzeitig behandelt, beginnen die Lider durch Hauterschlaffung zu hängen. Dies geschieht ebenfalls bei zu raschem Gewichtsverlust, wenn zu viel Haut da ist.

Augenringe

Augenringe können gleichzeitig mit Tränensäcken und Augenschwellungen auftreten. Sie treten als Folge verschiedener

Ursachen

Die Tränensäcke sind in der Regel langfristig bestehend und treten oft in verschiedenen Ausprägungen und Formen auf. Kombinationen sind dabei möglich:

  • erblich oder ethnisch bedingt. Sie treten in manchen Familien und einigen Volksgruppen gehäuft auf
  • durch falsche Lebensweise (zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol, Kummer und Leid, falsche Ernährung…,)
  • als Folge der Hautalterung, des Erschlaffens der Augenlider, als Folge von Entzündungen, zu viel Sonne oder Solarium 
  • durch Abnahme von Fettgewebe in den Augenlidern, Verminderung von Gesichtsfett und des Hervortretens der Gesichtsknochen bei gleichzeitigem Hautüberschuss,
  • durch Lymphstau in oder unter der Haut und / oder durch überschüssiges Fettgewebe um das Auge, verursacht durch Krankheit
  • akuter (s.o.) oder chronischer Natur, insbesondere bei Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzschwäche), der Schilddrüse, der Nasennebenhöhlen (z.B. chronische Sinusitis, Nasenscheidewandverkrümmung, Nasenpolypen), Verengung des Tränenwegkanals und der Leber (z.B Fettstoffwechsel, chronischer Alkoholkonsum) hier gerne in Kombination mit Xanthelasmen, Nierenerkrankung, als Folge einer Verletzung, um die wichtigsten zu nennen.

Behandlung

Der Auswahl der richtigen Behandlung geht eine sorgfältige Diagnostik durch den Mediziner voraus, bei der die verschiedenen Ursachen der Tränensäcke abgeklärt werden. Sind diese behoben, können sich die Tränensäcke zurückbilden oder gar verschwinden. Bleiben diese jedoch bestehen oder dauert die Behandlung der Gründe an, gibt es je nach Ausprägung verschiedene Möglichkeiten der Behandlung. Diese sind geeignet bei Augenschwellungen, welche kommen und gehen:

Kühlung  

Sind die Augenringe nicht nur dunkel, sondern auch geschwollen, hilft Kühlung. Sie sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen und überschüssiges Wasser abgetragen wird. Meist ist das morgens der Fall, weil sich über Nacht unser Stoffwechsel verlangsamt. Sie können eine leichte Lymphdrainage selbst durchführen, bei der Sie mit dem Ringfinger in Richtung der Nasenwurzel Klopfbewegungen ausführen.

Kalte Gurkenscheiben oder Koffein

Koffeinhaltige Cremes und Abdeckfluids regen die Durchblutung an, sodass die dünnen Gefäße unter den Augen wieder eine höhere Fließgeschwindigkeit des Blutes aufweisen, sich zusammenziehen und weniger blau erscheinen. Kühle Gurkenscheiben auf den Augen spenden Feuchtigkeit und lassen Schwellungen abklingen. 

Kompressen mit Arnika oder Kamille

Kompressen mit Arnika oder Kamille haben eine entzündungshemmende und damit abschwellende Wirkung und können somit Anhilfe bei Tränensäcken aufgrund von geschwollenen Lidern schaffen.

Hämorrhoidencremes

Ihre abschwellende Wirkung ist aus anderen Bereichen ihrer Anwendung hinlänglich erfolgreich bekannt. Enthalten sie allerdings Kortison, ist von einer dauerhaften Anwendung abzuraten. Denn dieses hat als Nebenwirkung eine Ausdünnung der Haut zur Folge, die an den sehr dünnen Hautpartien hier diese noch weiter ausdünnen und die Ringe verstärken würde.

Harnstoffhaltige Salben

Manche Ärzte empfehlen, eine schwach konzentrierte Harnstoff enthaltende Salbe aus der Apotheke zu probieren: Harnstoff ist eine natürliche, körpereigene Substanz, die den Wasseranteil in der obersten Hautschicht erhöht und somit die Hautflexibilität normalisiert. Die Haut hält die Feuchtigkeit besser und wird geschmeidiger. Dieser Effekt kann somit auch Tränensäcke lindern.

Lymphdrainagen

Lymphdrainagen tun gut und tragen dazu bei, das Problem kurzfristig zu lindern, da hier nicht medizinische Ursachen behoben werden. Im Akutfall sind sie also hilfreich. Die äußere Hälfte des Augenlids wird dabei in Richtung des Parotislymphknotens (in der Speicheldrüse) entwässert, die untere innere Hälfte in Richtung der Lymphknoten des Unterkiefers. Bei Persistenz der Tränensäcke mit geringem Hautüberschuss kann

Laser-/ oder Blitzlampenanwendung in Einzelfällen als Lidstraffung ohne OP

Diese Therapieformen sind technisch aufwendig und sollen dazu dienen, Pigmentablagerungen zu vermindern und Blutgefäße zu veröden. Ein vorübergehender Erfolg kann in der Straffung der Lidhaut erreicht werden. Dabei werden die Fibroblasten zur Kollagenbildung angeregt, und die obersten Hautschichten werden geglättet (Photoderm, CO2-Laser, Erbiumlaser, Cool-Touch-Laser, Non-ablative Skin resurfacing, Subsurfacing u.a.). Aus langjähriger Erfahrung von Dr. Karsten Sawatzki sind die Erfolge von begrenzter Dauer. Bei unsachgemäßer Anwendung besteht die Gefahr der Nebenwirkung von Verbrennungen, Hyper- oder Hypopigmentierungen der Haut. Hyperpigmentierungen sind Eindunklungen der Haut. Diese können behandelt werden. Hypopigmentierung bedeutet dauerhafte Aufhellung. Der Effekt besteht in der Energiezuführung in den anvisierten Hautpartien mittels gebündelten Lichts. Bei richtiger Indikationsstellung und Anwendung kann diese Methode durchaus zum Erfolg führen. Immer dann, wenn die Haut hängt, sind jedoch chirurgische Methoden gefragt.

Fett-weg-Spritze

Der Vollständigkeit halber zu erwähnen ist die Fett-weg-Spritze , mit der kleinere, überflüssige Fettansammlungen am Unterlid wirkungsvoll vermindert werden sollen. Die individuell notwendige Dosierung muss hier durch Versuch und Irrtum ausprobiert werden.  Am Auge vielleicht heikel und im Einzelfall zu prüfen.

Untere Blepharoplastik (Unterlidstraffung) oder Tränensack-Operation

Während die akute Augenschwellung mit konservativen Methoden gut behandelt werden kann, sind traumatisch bedingte, wie auch persistierende Tränensäcke fast immer chirurgisch anzugehen. Denn: Immer da, wo Haut hängt oder überschüssig ist, muss gestrafft werden.

Vor einer geplanten Lidplastik (Blepharoplastik, Augenlidoperation, Lidraffung o.ä.) sind verschiedene andere Untersuchungen notwendig, auf die hier nicht detailliert eingegangen werden soll (Korneasensibilität, basale Tränensekretion, Zustand von Linse und Netzhaut, Ptosis und Pseudoptosis uvm). Oft ist eine spezielle augenärztliche Untersuchung sinnvoll und notwendig. Ein erfahrener Behandler klärt Sie über die verschiedenen o.g. Behandlungsmethoden auf und stellt Ihnen die korrekte Auswahl vor. Kommt man dann zu dem Schluss, dass die Augenringe durch eine Erschlaffung des Augenringmuskels und einer unerwünschten Fettverteilung dort gekommen sind, dann bleiben folgende Möglichkeiten:

Umverteilung

Eine operative Umverteilung des vorhandenen Fettgewebes, um die Tränensäcke zu reduzieren und damit in einer Sitzung gleichzeitig die Tränenrinne aufzupolstern. Hier werden also ähnlich wie bei dem Eigenfett-Transfer, lebendige Fettzellen von einem zu dem anderen Ort übertragen. Nur, hier liegt es in unmittelbarer Nachbarschaft und wird verschoben, ohne es abzutrennen. Dies kennt man aus der Chirurgie. Die Ernährung der Zellen wird nicht unterbrochen, es wird verschoben und gleichzeitig das „Zuviel“ abgetragen. Diese Umverteilung des Fettgewebes erwirkt eine Milderung des Erscheinungsbildes.

Tränensack-Operation

Sind zu viel Fett und Haut für die Tränensäcke verantwortlich, macht der Operateur am Unterlid einen kleinen Schnitt. Dieser wird mikroskopisch exakt unterhalb der Augenwimpern und vom äußeren Augenwinkel nach innen geführt, so dass er bei guter Heilung später nicht sichtbar ist. Anschließend wird die Lidhaut abgehoben und die Ursache für die Korrektur beseitigt. Die sogenannten Tränensäcke sind mit Lymphe gefüllte Fettkörper, die sich im Alter bilden und für ein gutes Ergebnis präzise entfernt werden müssen. Hier wird das überschüssige Fett reduziert, der Muskel gestrafft und die Haut darüber geglättet. Eine Narbe sieht man später kaum bei korrekter Schnittführung. Für eine Unterlidkorrektur ist eine Kurznarkose empfehlenswert.

Muskelstraffung

In beiden Fällen muss zudem entschieden werden, in wieweit der untere Ringmuskel mit verändert werden muss. In den meisten Fällen wird dieser etwas gestrafft. Wenn der Befund ausgeprägter ist, dann wird der Muskel nicht nur gestrafft, sondern um ein hängendes Lid zu vermeiden, auch seitlich fixiert. Diese Canthopexie ist von außen nicht sichtbar, hält aber das Unterlid in der gewünschten Position.

Komplikationen

Grundsätzlich sind die gleichen Komplikationen wie nach einer Oberlidkorrektur möglich. Wird zu viel Haut entfernt und neigt der Patient zu starken Narben, kann ein „Triefauge“ (Hängelid) entstehen, das dann korrigiert werden muss. Sollte als Ursache für die Tränensäcke eine Beteiligung der Nase und /oder der Nasennebenhöhlen verantwortlich sein, ist eine begleitende operative Behandlung dieser notwendig, um ein bleibend gutes Resultat zu erzielen.

Eingriffe oder Operation in der Nase oder der Nasennebenhöhlen

Bei einem Schnupfen oder Heuschnupfen sind die Augen verquollen und Ringe zeichnen sich ab. Die Schleimhäute der Nase und der Nasennebenhöhlen sind dabei stark angeschwollen und der Lymph- und Tränenabfluss behindert.

Wird aus dem akuten Krankheitsbild ein chronisches, so zeigt sich das ebenfalls auch von Außen.

Bei anatomischen Veränderungen, wie Septumdeviation (Nasenscheidewandverkrümmung), Muschelhyperplasie (Vergrößerung der Nasenschwellkörper) und anderen Erkrankungen helfen kleine Eingriffe mit Laser oder Hochfrequenz bis hin zu korrigierenden Operationen eben dort die Atemwege zu befreien und den Lymph-und Tränenabfluss zu erleichtern.

Fazit

Abschließend ist zu sagen ist, dass heutzutage eine Reihe von verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung stehen, Tränensäcke und unerwünschte Optik rund um die Augen effektiv und sicher zu lösen.

Welche Methode auch immer gewählt wird, kann diese selbst wieder zu Augenringen führen (durch Blutergüsse, Pigmentablagerungen, Überkorrekturen, (Höhlenauge), Triefauge, Knoten, Narbenbildung, Granulomentstehung nach Einspritzungen…).

Zuerst steht aber immer die gründliche Analyse der Ursachen und daraus folgt dann die richtige Auswahl der Methode.