Drainage nach Brust OP?

Bei Anfragen zu Brust OP's von meinen Patientinnen stoße ich immer wieder auf Erstaunen, wenn folgende Frage auftaucht:

"Wann kommen die Drainagen raus?"

Meine Antwort ist dann immer:

"Wir legen gar keine Drainagen mehr !"

Erlauben Sie mir daher hier Klarheit zu verschaffen. Drainagen haben durchaus Ihre Berechtigung bei größeren Wundgebieten. Angesichts besserer und ausgefeilter OP-Technik und trockenem Wundgebiet gerade bei der Brustvergrößerung ist das heute nicht mehr notwendig.

Außerdem vermeidet man eine zusätzlich Infektionsquelle und stellt daher noch einen Vorteil dar.

Wodurch entsteht eine erhöhte Blutungsneigung?

Sofern eine erhöhte Blutungsneigung begründet ist, wird eine Drainage verwendet. Die erhöhte Blutungsneigung kann verschiedene Ursachen haben, welche die folgenden die Wichtigsten sind:

  • Einnahme von Medikamenten (Blutverdünnende Medikamente wie Aspirin oder ähnlich)
  • Veränderter Gerinnungssituation durch verschlechterter Leberfunktion (Medikamente, Alkohol oder Lebererkrankungen)
  • Starke Vernarbung im Beriche der OP, meist nach mehrfachen Voroperationen
  • Kapselfibrose
  • Zeitgleich Straffung oder Reduktions- Operation

In diesem Fall verbleibt die Drainage über Nacht und sollte nicht mehr als 20 ml gefördert haben. Anderenfalls muss nachgesehen werden und ggf. eine weitere Nacht abgewartet werden, bis diese dann gezogen wird.

Gleichzeitig wird so der Schmerz vermieden, den die Drainage dann verursacht, wenn sie auf den Rippen drückt. Schmerzen nach einer Drainage sind somit auch vorbei.

Das Ziehen der Drainage wird vom ärztlichen Personal übernommen. Sie dient zugleich der Kontrolle der Wunde und des Heilungsverlaufs. Eine über die Norm gefüllte Drainage erfordert eine sorgfältige Wundkontrolle, um festzustellen, ob ein weiter bestehender Blutungsherd existiert.

Warum brauchen wir keine Drainagen mehr?

Eine sorgsame präoperative Diagnostik der Brust und der Vorgeschichte, Laborwerte und bildgebende Verfahren(Ultraschall; CT, MRT) zeigen schon im Vorfeld, was auf den Operateur zukommt und ermöglichen eine genaue individuelle Planung.

Angesichts besserer und ausgefeilter und sorgsamer OP-Technik können diese unter  optimalen Sichtverhältnissen mittels Leuchtoptiken (Endoskopen) exakt ausgeführt werden.

Blutungsquellen werden präzise lokalisiert und mit Hochfrequenz, Laser und Fibrinkleber sorgsam, sowie punktgenau gestillt. Das OP-Gebiet ist danach trocken.
Die Notwendigkeit einer Drainage entfällt hier, so dass die Brustvergrößerung ohne Drainage die Regel sind.

Vorteile und Nachteile

Ein Überblick zu den Vorteilen und Nachteilen von Drainagen bei der Brust OP

Vorteile Nachteile
  • Postoperative Blutungen werden sicher und kontrollierbar aufgefangen.
  • Abfluss der Drainageflüssigkeit und damit Vermeidung vom Verbleiben im Wundgebiet
  • Sicherer Überblick über das Heilungsverhalten im OP-Gebiet
  • Sicheres Gefühl für den Patienten, dass die Heilung regelrecht verläuft
  • Selbstkontrolle des Patienten durch die Menge in der Drainage
  • Notwendig bei erhöhter Blutungstendenz
  • Man vermeidet eine zusätzlich Infektionsquelle durch die Drainage
  • weniger Schmerzen durch den Drainageschlauch
  • durch das Ziehen der Drainage kann es erneut zu Blutungen kommen
  • Bessere Mobilität für den Patienten
  • Frühere Mobilität für den Patienten
  • Weniger Einschränkungen
  • Ambulante Behandlung erleichtert schnellere Genesung
  • Arzt muss sorgsam arbeiten und operieren.

Fazit

Die Patientin kann natürlich auch zu einem Erfolg beitragen. Vor der plastischen Operation darf sie keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen und sollte sich dann streng an die postoperativen Vorsichtsmaßnahmen halten. Der Arzt achtet im Vorfeld darauf, dass die Voraussetzungen optimal sind und klärt sorgfältig auf.

So können wir seit einigen Jahren ohne Komplikationen und vor allem ohne Drainagen Brustkorrekturen in München perfekt operieren mit einer sicheren Nachsorge.

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